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Jobkahlschlag versetzt Hollywood-Bosse in Panik
Veraltete Geschäftsmodelle als Kündigungsgrund für Studio-Führungskräfte

In Hollywood rollen Köpfe in den Studio-Führungsetagen (Foto: pixelio.de/Thomas Pradera)
Los Angeles (pte/06.10.2009/13:15) - Wirtschaftliche Probleme haben in den Reihen der großen Hollywood-Studios in den vergangenen paar Monaten zu einem regelrechten Jobkahlschlag in den Führungsetagen geführt. Nachdem Paramount Pictures bereits im Juli zwei seiner ranghöchsten Produktionsmanager den Laufpass gegeben hatte, sich im August MGM von seinem Chief Executive Harry Sloan trennte und im September auch Disney-Studiochef Richard "Dick" Cook gefeuert wurde, ist nun die Chefetage bei Universal Pictures an der Reihe. Dort wurden gestern, Montag, die beiden Vorsitzenden Marc Shmuger und David Linde auf die Straße gesetzt. Wie die Los Angeles Times berichtet, haben die neuerlichen Kündigungen mittlerweile eine rasch um sich greifende Panikwelle in den Rängen der Managementabteilungen der Studios ausgelöst, in denen die Mitarbeiter heute stärker denn je um ihre Anstellungen fürchten müssten.

Ausschlaggebend für die gegenwärtig ungewöhnlich hohe Zahl an ausgesprochenen Kündigungen soll dabei vor allem die Unfähigkeit der Studio-Führungskräfte in Bezug auf die Entwicklung eines brauchbaren neuen Geschäftsmodells für das Internetzeitalter gewesen sein. "Heutzutage kommt man mit einem veralteten Businessmodell eben nicht mehr ungestraft davon. Die Filmstudios haben es noch immer nicht geschafft, ein neues Konzept vorzulegen, das das alte ansprechend ersetzen kann", stellt Wall-Street-Veteran Harold Vogel, der mit seinem Unternehmen Vogel Capital Management die Entertainment-Branche Hollywoods analysiert und berät, fest. Insbesondere für den anhaltenden Einbruch bei den DVD-Verkäufen habe man bislang noch kein effektives Gegenmittel gefunden. Das Unvermögen der bisherigen Studioführungen, mit einem zunehmend härter werdenden Marktumfeld im Unterhaltungssektor zu Recht zu kommen, habe dabei zwangsläufig zu einem Köpferollen geführt.

Was die Umsatzentwicklung des DVD-Geschäfts betrifft, zeigt sich in den USA derzeit in der Tat ein sehr düsteres Bild. Den jüngsten Zahlen der Digital Entertainment Group (DEG) http://www.dvdinformation.com zufolge haben die US-Konsumenten in diesem Bereich im ersten Halbjahr 2009 um 13,5 Prozent weniger Umsätze generiert als im Vorjahr. "Hierzulande entwickelt sich der Heimvideomarkt durchwegs stabiler und erfreulicher als in den USA. 2009 verzeichnen wir bei den Absatzzahlen bis dato sogar ein Plus von 3,4 Prozent", stellt BVV-Geschäftsführer Oliver Trettin auf Nachfrage von pressetext fest. Mit 103,7 Mio. verkauften Einheiten in 2008 liege der Absatz der Videoprodukte auf konstant hohem Niveau und verdeutliche damit die "ungebrochene Attraktivität der Heimkino-Software", heißt es vom BVV.

In den USA führt das einbrechende DVD-Geschäft derweil dazu, dass der finanzielle und somit auch der kreative Spielraum für die Produktionsstudios immer enger wird. Der Verkauf von Bildtonträgern und das Wachstum auf den internationalen Märkten reichen nicht länger aus, um Flops an den Kinokassen zu kompensieren. Auch die Suche nach potenziellen externen Investoren gestaltet sich zunehmend schwieriger. Als Resultat setzen die Studios verstärkt auf bereits etablierte Marken und Filmfortsetzungen wie "Harry Potter" oder "Transformers" und sind bei neuen Experimenten sehr zurückhaltend. Von dieser Entwicklung ist vor allem die Independent-Filmszene betroffen, die sich inzwischen bereits ungemein schwer tut, überhaupt Kinoleinwände aufzutreiben, auf denen sie ihre Produktionen einem breiteren Publikum präsentieren kann (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090703002/). (Ende)



Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Markus Steiner
email: steiner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-317

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