"Bleibeprämie": HSH Nordbank zahlt 100.000 Euro
600 Mitarbeiter betroffen - Umgang mit Steuergeldern in der Kritik
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| HSH-Nordbank massiv in der Kritik (Foto: hsh-nordbank.de) |
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Hamburg/Kiel/München
(pte/12.08.2009/11:10) -
Die im Zuge der Krise schwer angeschlagene HSH Nordbank http://www.hsh-nordbank.de will ihren wichtigsten Mitarbeitern eine "Bleibeprämie" von bis zu 100.000 Euro zahlen. Ersten Informationen nach könnten rund 600 Angestellte in den Genuss der Sonderzahlung kommen. Mit der inzwischen auch aus den Reihen der Politik sehr umstrittenen Maßnahme will die Bank Vorsorge treffen, dass strategische Wissensträger durch einen Jobabbau nicht zur Konkurrenz wechseln. "Das ist das Ergebnis einer miserablen Geschäftspolitik", so SPD-Fraktionschef Michael Neumann. Das Verhalten des HSH-Nordbank-Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher sei nicht nur "unmöglich", sondern darüber hinaus auch "asozial".
"Diese Zahlungen sind kaum zu verantworten. Schließlich wird die Landesbank nur mit dem Geld der Steuerzahler am Leben erhalten. Ohne staatliche Unterstützungen wäre das Institut schon längst am Ende", erklärt Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums http://www.bfz-ev.de, im Gespräch mit pressetext. Der Finanzexperte verweist jedoch auch darauf, dass es auf der anderen Seite auch "extrem gefährlich" wäre, "wenn die besten Leute das sinkende Schiff verlassen". In Anbetracht der Geschäftszahlen stößt das finanzielle Maß aber sauer auf. Für das Krisenjahr 2008 mussten die Hamburger einen Verlust von 2,7 Mrd. Euro verbuchen. Auch 2009 und 2010 werden voraussichtlich weitere Verluste erwirtschaftet.
Die HSH Nordbank, die den beiden Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein zu 85 Prozent gehört, will bis 2012 ihre Mitarbeiterzahl von 4.300 auf 3.200 reduzieren. Einem Bericht des Hamburger Abendblatts zufolge haben schon mehr als 500 Angestellte gegen eine Abfindung das Unternehmen verlassen. Die Zahlungen belaufen sich im Durchschnitt in der Regel auf 65.000 Euro. Das Angebot reizt Mitarbeiter, die für die Neuausrichtung als wichtig eingestuft werden. "Um diesem Risiko entgegenzuwirken, hat die Bank ein Programm entwickelt mit dem Ziel, Mitarbeiter an das Haus zu binden", wird HSH-Nordbank-Sprecher Rune Hoffmann zitiert. Das Angebot betrifft alle Hierarchieebenen, ausgenommen den vierköpfigen Vorstand.
"Es ist nicht auszuschließen, dass solche Maßnahmen auch bei anderen Landesbanken folgen werden. Ähnliche Überlegungen gab es bereits bei der BayernLB und WestLB", fügt Gerke auf Nachfrage von pressetext hinzu. Erst vor kurzem geriet Vorstandschef Nonnenmacher in öffentliche Kritik. Stein des Anstoßes war sein Vertrag, wonach dieser 2,9 Mio. Euro Extra-Zahlungen erhält, für den Fall, dass er kündigt. Weil Nonnenmacher dies auch auf politischen Wunsch nicht tat, bekommt er das Geld trotzdem quasi als "Bleibeprämie". Ähnlich läuft es bei den Mitarbeiterprämien. Wer die Zahlung hingegen nimmt, jedoch später kündigt, muss diese auf die Abfindung anrechnen lassen. Die Linken bewerten diese Praxis als "unfassbar".
(Ende)
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